Don’t Starve: Kein Hungern nach Referenzen

Game of the year 2013 (indiegamereviewer.com), inc gamers Readers‘ Award (incgamers.com), Editor’s Choice (Capsule Computers). Don’t Starve ist ein absoluter Liebling unter den Indiegames. Aber warum spricht das Spiel so viele Gamer an?

Ein Artstyle á la Tim Burton, liebevolles Charakterdesign und eine Welt, in der es viel zu entdecken gibt. Man sucht sich einen der Charaktere aus und versucht, einfach gesagt, nicht zu verhungern.

Neben der immer lauernden Gefahr zu verhungern, muss man zusätzlich seinen Charakter daran hindern, wahnsinnig zu werden, was sich meistens als größeres Problem darstellt. Vielleicht wäre „Don’t go Insane“ ein treffenderer Titel gewesen? In der von Monstern und anderen komischen Kreaturen behausten Welt, kann man sich aber schon mal gruseln.

Flucht vor einem Tallbird. Die Baby heißen übrigens Smallbirds.

Flucht vor einem Tallbird. Die Baby heißen übrigens Smallbirds.

Doch es braucht mehr als eine schöne Welt, um ein Spiel erfolgreich zu machen. Klei Entertainment setzen bei ihrem Indiehit auf Details, mit denen jeder Spieler seinen besonderen Moment erleben kann. Popkulturanspielungen ist das Zauberwort.

Bei jeder Interaktion mit den Items und der Umwelt sagt der Charakter einen kleinen Satz. In vielen Fällen ist diese Aussage eine Anspielung auf andere Spiele, Lieder, Bücher, Filme und alles, was das Nerdherz sonst noch so begehrt.

Von Edgar Allan Poe bis Shakespeare

Andauernd denkt man sich als Spieler „hey, das kenn ich doch irgendwoher“. Klei Entertainment legte viel Wert auf die Pickuplines. Jeder Charakter hat seine eigenen, und alle Bereiche der Popkultur werden abgedeckt. So kommen alle auf ihre Kosten.

Wendy in ihrem Camp.

Wendy in ihrem Camp.

Wendy ist der richtige Charakter für jede Leseratte. Wenn man mit ihr einen Raben anklickt sagt sie: „Take thy beak out of my heart“, ein Zitat aus Edgar Allen Poe’s „The Raven“. Sieht sie einen Teich, fragt sie sich: „Ophelia? Are you down there?“, eine Anspielung an Hamlet. Auch jüngere Literatur ist vertreten. Das merkt man zum Beispiel beim genaueren Untersuchen eines Rabbit holes.

Was das Nerdherz begehrt

Wer es lieber etwas futuristischer mag, ist mit dem Charakter WX-78 bestens bedient. Der kleine Roboter versteht die Fehler der Menschen nicht so wirklich. Wenn er über ein Skelett stolpert, sagt er „Ha, it died! Classic human mistake“. Das ist zwar keine Anspielung auf irgendwas, aber verdammt lustig.

Doch auch der liebenswerte Roboter hält sich nicht von der Popkultur fern. Seine Zitate beziehen sich, unter anderem, auf Dr. Who. Zum Beispiel „EXTERMINATE!“ als Kampfschrei. Wie für einen Roboter üblich, dürfen auch Mathewitze nicht fehlen. Wenn WX-78 einen Log untersucht, kann er sich „log(1) = 0“ als Kommentar nicht verkneifen.

WX-78 flüchtet vor den Hounds.

WX-78 flüchtet vor den Hounds.

Er ist ein Sammelsurium aus Nerdkultur. Anspielungen auf andere Spiele, wie zum Beispiel auf Portal mit „Target acquired“, dürfen da natürlich auch nicht fehlen.

„Stop, Hammertime!“

Neben Literatur und Serien, schleichen sich auch berühmte Liedtexte in das Spiel. Wenn unser lieber Roboter einen Wiederbelebungsstein findet, zitiert er den Hit „Do you believe in Magic?“ von The Lovin Spoonful.

Eine der beliebtesten und bekanntesten Anspielungen wäre wohl die „Stop! It’s Time to hammer things!“ Line von Wilson. Und damit möchte ich persönlich bei Klei Entertainment bedanken. Dafür, dass ich jedes Mal einen tagelangen Ohrwurm habe, sobald ich mit Wilson spiele.

Der gute Wilson ist der erste spielbare Charakter.

Der gute Wilson ist der erste spielbare Charakter.

Don’t Starve zitiert sich selbst

Und als wären diese ganzen Referenzen nicht genug, legen die Entwickler noch eine Schippe drauf. Sie zitieren sich selbst. Neben Pflanzen und Objekten, gibt es in Don’t Starve auch NPCs. Unter anderem Schweinemenschen.

In einer früheren Version des Spiels, nannten diese Schweine die Charaktere „Ugly monkey man“. Diese Zeile wurde allerdings für die finale Version entfernt. Durch Diskussionen in Foren erfuhren die Entwickler, dass einige Spieler dieses Zitat vermissen.

 Die Schweinemenschen können zu Verbündeten werden.

Die Schweinemenschen können zu Verbündeten werden.

Nach einer Umfrage wurde diese Aussage wieder in das Spiel implementiert. Jedoch in einer abgeänderten Form. Wenn Wolfgang einen Spulmonkey näher inspiziert, sagt er: „Ugly monkey man!“

Don’t Starve zitiert Don’t Starve und es macht auch noch Sinn. Well played Klei Entertainment, well played indeed.

Natürlich wird ein Spiel nicht nur durch Zitate und lustige Sprüchen erfolgreich. Don’t Starve zeigt jedoch, dass die Liebe zum Detail ein Spiel noch besser macht. Das Game wäre auch ohne die genannten Anspielungen wundervoll, doch diese geben ihm den letzten Feinschliff.


Bebilderung: © Klei Entertainment

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