Mobile-Games: Der neue Couch-Koop?

Viele Gamer wünschen sich mehr Spiele, die sie mit Freunden auf der Couch spielen können. Einige Mobile-Games könnten diese Lücke füllen. Von Louis Oelmann.

Schon seit langem war ich auf der Suche nach einem Mobile-Game, das ich von Zeit zu Zeit mit meiner Freundin spielen kann. Viele dieser Multiplayer-Games lassen aber das unmittelbare Miteinanderspielen vermissen. Oft sind es Aufbauspiele, bei denen man sich gegenseitig Ressourcen schicken oder Wartezeiten verkürzen kann. Das war nicht das, was ich suchte.

Auch Spiele wie Pokémon Go sind in der Hinsicht nicht vollständig zufriedenstellend. Zwar kann man sich gemeinsam auf die Suche nach den virtuellen Taschenmonstern machen, am Ende des Tages spielen aber doch alle für sich selbst. Funktionen wie Arenakämpfe und Raids sind da nur ein geringer Trost.

Ist das denn zu viel verlangt?

Was ich will, ist ein Zusammenspiel wie in Borderlands. Der Shooter im Cel Shading-Stil hat einen Kumpel und mich stundenlang an die Couch gefesselt und mir die beste Zwei-Mann-LAN meines Lebens beschert. Aber: Es soll halt auch nicht ganz so sein. Ansonsten könnte ich ja auch Borderlands spielen. Immerhin habe ich alle drei Teile sowohl am PC als auch auf der Xbox 360.

Das Stichwort ist “Mobile Gaming”. Ein Begriff, der für mich unweigerlich mit Kurzweiligkeit verbunden ist. Ich will keine 45-Minuten-Spiele in einem mobilen League of Legends-Klon verbringen. Kurze, knackige Games. Zu zweit, vielleicht auch zu dritt. Unmittelbar zusammen. Das ist es, was ich wollte.

Zu zweit gegen den Rest der Welt.

Auftritt: Brawl Stars

Anfang des Jahres (ja, ich weiß, es ist immer noch der Anfang des Jahres…) habe ich dann schließlich Brawl Stars entdeckt. Das Echtzeit-Strategiespiel vom finnischen Entwickler Supercell (Clash of Clans, Clash Royale etc.) hatte sich in meinem Play Store in den Vordergrund gerückt. Und siehe da: “Battle with friends or solo across a variety of game modes in under three minutes.” Das klang doch genau nach dem, was ich gesucht habe. Spiel also heruntergeladen und solo angetestet.

Aha, okay. Verschiedene Spielmodi, darunter auch ein Battle Royale-Modus. Maximal drei gegen drei. Es gibt verschiedene Kämpfer, Brawler genannt, mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Indem ich Spiele gewinne (oder einen vorderen Platz im Battle Royale-Modus belege), sammle ich Trophäen mit dem Brawler, den ich genutzt habe. Pro Sieg gibt es zwischen fünf und acht Trophäen. Die Trophäen von allen Brawlern zusammengezählt sind die Gesamttrophäen. Die bringen mich wiederum auf dem sogenannten Trophäenpfad voran. Dort schaltet man Belohnungen frei, darunter auch Brawler.


Sieh einer an, den zweiten Brawler gibt’s schon bei zehn Trophäen, einen dritten bei 60. Das hat man doch sicherlich schnell zusammen. Uuuuuuuuuund… ich bin angefixt.

Couch-Koop mal anders

Hier sitze ich nun. Schon fast 500 Trophäen gesammelt und doch noch so viele vor mir. Ab und an finde ich mit meiner Freundin auf der Couch wieder und wir sammeln weiter. Auch den ein oder anderen Sieg im Duo-Battle Royale konnten wir schon verbuchen. Es ist ja auch so einfach: Kaum Ladezeit beim Starten der App und nur wenige Sekunden später hat man schon Spielmodus und Brawler ausgewählt und kann loslegen.

Da ist das Ding: Victory Crown Chicken Dinner Win Royale!

Maximal drei Minuten später ist es wieder vorbei. Nur noch fünf Minuten Zeit, bis man zur Uni muss? Da gehen doch locker noch ein bis zwei Runden Brawl Stars. Oder man zockt auf dem Klo, ohne dass es ausartet und rote Flecken auf Hintern und Oberschenkeln verursacht.

Brawl Stars ist übrigens nicht das einzige Spiel in dieser Richtung. Aber nun einmal das erste, dass mich wirklich angefixt hat. Ein weiterer Anwärter wäre wohl unser kürzlich behandeltes Mech Battle von Djinnworks. Auch hier lassen sich im Multiplayer kurze Matches bestreiten.

Nichts geht über den wahren Couch-Koop

Nichtsdestotrotz ziehe ich weiterhin das traditionelle Couch-Gaming-Erlebnis vor. Man braucht aber eben die Zeit, um sich stundenlang zu zweit in Games wie Borderlands, Left 4 Dead oder jegliches LEGO-Spiel zu stürzen. Hat man diese, erlebt man die ultimative Couch-Koop-Erfahrung.

Jetzt muss ich also nur noch warten, bis Gearbox und 2K endlich Borderlands 3 ankündigen. Dann wird auf jeden Fall wieder die Couch unsicher gemacht. Bis dahin müssen kleine Häppchen wie Brawl Stars, Mech Battle und Co ausreichen.


Bildmaterial © Supercell

Autor/Autorin

Louis Oelmann

Wenn es irgendwo etwas zu looten gibt, kann Louis nicht weit sein. Dementsprechend verbringt er auch viel Zeit in Spielen wie Borderlands oder Skyrim. Wenn Skags und Drachen ausgerottet sind, schreibt er Artikel und steht auch immer wieder gerne vor und hinter der Kamera.

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