Kanal-Arbeiten: Unser YouTube-Jahr 2018

Neben unserer Webseite ist der YouTube-Kanal von Screaming Pixel der wichtigste Weg, um euch zu erreichen. Was sich dort 2018 für uns getan hat, erfahrt ihr in diesem Rückblick. Von Mike Spörk

Eigentlich sollte es mir leicht fallen, das vergangene Jahr auf YouTube Revue passieren zu lassen. Doch je intensiver ich über das Thema nachdenke, desto mehr Eindrücke und Erinnerungen prasseln auf mich ein. Denn die letzten zwölf Monate auf YouTube waren eine Achterbahnfahrt.

Algorithmus-Störungen und Copyright-Krämpfe

“Ich will doch einfach nur Videos machen!” war vermutlich der Satz, den ich 2018 am häufigsten in Bezug auf unseren Kanal geäußert habe. Denn zusätzlich zum Produktionsplan muss man sich als YouTuber noch mit ganz anderen Themen auseinandersetzen.

Da wäre zunächst der ominöse und allgegenwärtige YouTube-Algorithmus. Was der angeblich tut oder nicht tut, grenzt schon beinahe an Voodoo. Jeder spinnt hier seine eigenen Theorien, denn der YouTube-Support scheint selbst nicht genau zu wissen, was die hauseigene Content-Überwachungs-KI eigentlich macht. Also feilt man auf gut Glück an Beschreibungstexten, Tags, Titeln und Thumbnails und hofft, dadurch etwas mehr Reichweite zu kriegen.

Apropos Content-Überwachung: Wir haben uns 2018 den ersten und bisher einzigen Copyright-Claim eingefangen. Nintendo hatte zwar nichts dagegen, dass wir in unserem Re-Play Video den Klassiker Super Mario 64 abfeiern, aber die Verwendung von zwei Songs aus dem dazugehörigen Soundtrack war wohl zu viel des Guten. Als Konsequenz haben wir größtenteils auf Videos zu Nintendo-Spielen verzichtet.

Zumindest diesbezüglich gibt es ein Licht am Ende des Tunnels, denn ab 2019 hat Nintendo ihr umstrittenes Creators Program eingestellt. Damit können wir endlich Videos zu Mario, Link und Co produzieren, ohne unsere Seele an Big N verkaufen zu müssen.

 

Regulationswahn und das Ende der Welt

Aber nicht nur YouTube selbst, auch die Politik hat uns 2018 ganz schön auf Trab gehalten und für erhitzte Gemüter gesorgt. So war die Verwunderung groß, als österreichische YouTuber aus heiterem Himmel und scheinbar wahllos von der KommAustria angeschrieben wurden.

Diese (mir bislang völlig unbekannte) Medienbehörde positioniert sich als regulierende Instanz und fordert Videomacher auf, sich als audiovisueller Mediendienst zu melden bzw “anzuzeigen”. Sowohl Wortwahl als auch Vorgehensweise stoßen den Empfängern zurecht auf und sorgen für Chaos und Informationsnotstand.


Wir von Screaming Pixel kommen zur Zeit noch ungeschoren davon, müssen uns jedoch ab einem gewissen Punkt ebenfalls kostenpflichtig bei der KommAustria registrieren.

Der nächste Paukenschlag ließ nicht lange auf sich warten. Der Europäische Gesetzesentwurf zur Regelung von digitalem Copyright stieß vor allem wegen den enthaltenen Artikeln 11 und 13 (Leistungsschutzrecht und Upload-Filter) auf Kritik und Gegenwehr.

Auch wenn der Widerstand unter dem Hashtag #SaveYourInternet gerechtfertigt war, nutzten viele die Situation für Panikmache und uninformiertes Nachplappern von Schlagwörtern. Bis heute sind einige noch immer felsenfest davon überzeugt, dass das Internet bald gelöscht wird und YouTube zusperren muss.

Einfach nur Videos machen

Bei all dem Drama war es am schönsten, sich einfach nur bis über beide Ohren in die Video-Produktion zu stürzen. Neben unserem regelmäßigen Monatsrückblick, bei dem wir alle Artikel nochmal in Bewegtbildern anreißen, sind 2018 ein paar wirklich spannende Beiträge entstanden.

 

Gleich zu Jahresbeginn haben wir mit unserem PlayStation VR-Vergleichsvideo einen Volltreffer gelandet. Der YouTube-Algorithmus hatte uns in diesem Fall scheinbar besonders lieb, denn das Video ging durch die Decke und liegt zur Zeit bei rund 33.000 Aufrufen.

Das nächste Highlight folgte gleich im März mit dem Button Festival in Graz, bei dem wir nicht nur als Berichterstatter, sondern auch mit einem eigenen Diskussionspanel dabei waren.

Kurz darauf beteiligten wir uns zum ersten Mal an einer YouTube Community-Aktion und stellten gemeinsam mit anderen “Tubies” unser Oster-Video unter dem Hashtag #DickeEier ins Netz. Ein herzlicher Dank gilt an dieser Stelle den drei Jungs von OhrBit, die die Aktion ins Leben gerufen haben.

Meilensteine und die Community

Im Mai erreichten wir unseren ersten großen Meilenstein: Wir haben 100 Abonnenten von uns überzeugen können und das mit der gesamten Redaktion in einem Video-Special gefeiert.
Dieses Ereignis hat uns nicht nur unglaublich motiviert und in dem was wir tun bestärkt. Es schien auch, als wäre mit dem Knacken der 100 Abos ein Knoten geplatzt. Mit jedem weiteren Video konnten wir mehr Menschen erreichen. Und es war ein tolles Gefühl mit euch zu quatschen, diskutieren und rumzublödeln. Egal ob in den YouTube-Kommentaren, auf Twitter und Facebook, in diversen Discords oder per Mail.

Licht, Kamera, Action!

YouTube hat mich verändert. Seitdem ich Videos ins Netz stelle, ist meine Beziehung zu Videospielen, der Industrie dahinter und der Community drumherum intensiver geworden, als ich das je für möglich gehalten hätte. Ich habe viele spannende Gespräche geführt, tolle Leute kennengelernt und interessante Meinungen aus den unterschiedlichsten Perspektiven gehört.

Und auch wenn 2018 turbulent und nicht immer einfach war, möchte ich keine Sekunde davon missen – egal ob vor, hinter oder abseits der Kamera.

Blende zu Schwarz.
Abspann.


Autor/Autorin

Michael Spörk

Mike lehrt den Bildern von Screaming Pixel das Laufen und filmt, schneidet und vertont alles, was nicht bei Drei in der Warp-Röhre verschwunden ist. Als Redaktions-Opa hat er ein Herz für Retro- und Arcadespiele. Er treibt aber auch auf modernen Konsolen und PCs sein Unwesen - solange er sich nicht in Open-World-Spielen verirrt oder sich mit Mitspielern herumschlagen muss.

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