Also Starring: Birdo

Das Mario-Universum ist voll von wundersamen Kreaturen. Manche sind Freunde, manche sind Feinde und eine ist ein rosarotes Etwas namens Birdo.

Birdo mag nicht allen Gamern ein Begriff sein. Bei Mario-Liebhabern sollte aber sicherlich ein Bild im Kopf entstehen, taucht Birdo doch in einem nicht unerheblichen Teil der Spiele auf. Doch fangen wir mal da an, wo man anfangen sollte. Genau: am Anfang. Zunächst ist nämlich zu klären, wer oder was Birdo eigentlich ist.

Puh, schwierige Frage gleich zu Beginn. Es wurde nie erwähnt, welcher Spezies das kleine, pinkfarbene Wesen angehört. Die Ähnlichkeit zu Yoshi lässt jedoch irgendwas in Richtung Dinosaurier vermuten. Hauptunterschiede zwischen den beiden sind die Farbe und die Ausprägung im Kopfbereich. Birdo darf sich an dieser Stelle nämlich eines Rüssels rühmen, aus dem Eier verschossen werden können.

Birdos erster Auftritt war in Super Mario Bros. 2 als mehrfach auftauchender Miniboss und das zunächst auch in mehreren Farben – pink, rot und grün. Ursprünglich erschien das Spiel in Japan aber unter dem Namen Doki Doki Panic. Birdo war demnach zunächst nicht als Teil des Mario-Universums geplant. Seitdem lässt sich Birdo jedoch wie erwähnt in vielen der erschienenen Mario-Titel wiederfinden und ist somit fester Teil der Familie rund um den italienischen Klempner.

Schwarz-weiß-Denken scheitert bei Birdo

An dieser Stelle kommen wir zu der wohl größten Debatte rund um Birdo und zum Grund, warum ich bis jetzt immer Birdo statt er oder sie geschrieben habe: Birdos Geschlecht. Schaut man sich Birdo an, so scheint solch eine Debatte überflüssig. Pink, Haarschleife und auch noch geschminkt. Ein Blick in die Anleitung von Super Mario Bros. 2, in der Birdos Name übrigens mit dem des Straußes Ostro vertauscht wurde, bringt diese Sicht auf Genderrollen jedoch ins Wanken:

He thinks he is a girl and he spits eggs from his mouth. He’d rather be called “birdetta.”

Laut dieser Anleitung ist Birdo also männlich und durch sein Verhalten der erste transsexuelle Videospielcharakter. Bold move, Nintendo. Von da an wurde es aber mehr als verwirrend. In späteren Versionen von SMB2 wurde der Anhang mit “Birdetta” gestrichen. In Mario Tennis ist plötzlich von Birdo als eine “Sie” die Rede. Und Super Smash Bros. Brawl verzichtet gänzlich auf eine Zuordnung zu einem bestimmten Geschlecht.

Naja, lassen wir das. Birdo darf sein, was er/sie/(weitere Pronomen hier einfügen) sein möchte. Widmen wir uns stattdessen anderen Themen. Beispielsweise wäre da der Song “Birdo” von Horse the Band, der unter anderem das Geschlecht von Bi… ach, verflixt. Trotzdem kann nicht jeder Nebencharakter behaupten, dass ein Lied über ihn (den Nebencharakter, Geschlecht nicht impliziert) geschrieben wurde.

Trotz oder vielleicht gerade wegen der kontroversen Biographie erfreut sich der pinke Wonneproppen bis heute ungebrochener Beliebtheit. Interessant ist dabei vor allem, dass aus dem Miniboss von damals inzwischen eine freundliche Figur geworden ist, die auch mal mit Yoshi im Tag-Team Kart fährt, einen Gastauftritt bei Kirby absolviert oder als Charakter-Skin in Minecraft auftaucht.

Und auch die Zukunft sieht rosig aus. Denn alles deutet darauf hin, dass der pinke Rüssel-Dino auch in Mario Tennis Aces für die Switch den Schläger schwingt.


Text: Louis Oelmann | Bildmaterial © Nintendo/Wikipedia
Autor/Autorin

Clemens Istel

Schon als Kind hatte Clemens lieber den MegaDrive Controller als das Fläschchen in der Hand. Rund ein Vierteljahrhundert macht er bereits virtuelle Welten unsicher. Ob RPG oder FPS, kaum ein Genre ist vor ihm sicher. Selbst im ESport hat der "Head of Head off" von Screaming Pixel seine Erfahrungen gesammelt. Grundsätzlich gilt für ihn: Je openworlder, desto zock!

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