Unsere liebsten Horrortitel 2017

Die schaurigste Zeit des Jahres steht bevor – Passend zu Halloween habe ich in meiner Horror-Spiel-Sammlung gegraben, um euch die besten Horrorspiele des Jahres zu präsentieren.

Wir hassen übrigens Listen, deswegen gibt es eine Aufzählung (Gerade noch gerettet). Wem also ein Filmemarathon zu Halloween zu langweilig ist, der sollte hier bestimmt die ein oder andere Alternative finden.

Dead by Daylight

Genau genommen erschien dieser Multiplayerhit bereits 2016. Doch 2017 folgten die Versionen für Xbox One und Playstation. Kein klassisches Horrorspiel, zusammen mit Freunden macht es aber definitiv Spaß. Einer schlüpft in die Rolle des Killers und muss versuchen, die anderen Spieler umzubringen. Soweit, so gut.

Dead by Daylight macht dabei Vieles richtig, was Vorgänger in diesem Genre versäumt haben. Die Atmosphäre erinnert sehr stark an Horrorfilm-Klassiker wie Friday 13th oder Halloween. Neben der passenden Gruselkulisse bietet das Spiel außerdem  eine ordentliche Portion Spaß und eine gelungene Stimmung.

Der Kampf ums Überleben geht in die nächste Runde. ©Starbreeze Studios

Der Kampf ums Überleben geht in die nächste Runde. ©Starbreeze Studios

Wer lieber “das Original” spielen will: Friday 13th – The Game macht nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile richtig Laune. Das Spielprinzip überzeugt im Vergleich zu Dead by Daylight weniger, dafür gibts den Originalbonus.

Über die Detailliebe wird sich jeder Jason-Fan freuen. Man erkennt die Schauplätze der Filme wieder und fühlt sich, als wäre man direkt am Crystal Lake. Leider hapert es an den Animationen. Todesszenen wirken schnell ungewollt lustig. Aber darüber kann man hinwegsehen, denn wer wollte nicht schon immer einmal Jason spielen?

Um psychopathische Killer geht es auch im nächsten Titel. Jedoch spielen wir hier keinen, sondern versuchen vor ihnen zu fliehen.

Outlast 2

Die Fortsetzung des modernen Horrorklassikers unter den First-Person-Shockern scheidet die Geister. Von den einen hoch gelobt, von den anderen harsch kritisiert. Ich gehöre ja ehrlich gesagt zu den Letzteren. Trotzdem spricht vieles für Outlast 2.

Auch im zweiten Teil erwarten uns Jumpscares, die es in sich haben. ©Red Barrels Games

Auch im zweiten Teil erwarten uns Jumpscares, die es in sich haben. ©Red Barrels Games

Die Psychiatrie des ersten Teils hat als Schauplatz ausgedient und das Spiel bekommt einen leichten Open-World-Charakter. Nicht jedermanns Geschmack, aber wenn man sich darauf einlässt, fesselt einen die sehr bizarre Geschichte sofort. Dazu kommen viele Momente, in denen man den Controller vor Schreck gegen die Wand schmeißen könnte.

Persönlich gefällt mir der erste Teil besser, da ich im zweiten die Enge und die beklemmende Stimmung vermisse. Trotzdem hatte ich Spaß an Outlast 2. Man sollte sich allerdings auf richtig miese Jumpscares einstellen. Also vielleicht nicht die beste Wahl, wenn man wie ich viel zu schreckhaft ist.

Während Outlast sich also vom Spielgefühl her von seinem Vorgänger löst, geht der nächste Titel back to the Roots.

Resident Evil 7

Resident Evil begeistert nun schon seit über zwei Jahrzehnten Horrorfans. Mit dem siebten Teil der Serie setzen die Entwickler – nach einem nicht ganz gelungenen Ausflug in die Shooterwelt – wieder auf Altbewährtes. Ein gruseliges Herrenhaus, knifflige Rätsel, knappe Munition und der Kampf ums Überleben. Das wünschen wir uns von einem Resident Evil und genau das bekommen wir auch in diesem Teil.

Als Ethan erkunden wir das alte Anwesen. Wir haben einen Anruf unserer seit drei Jahren verschwundenen Frau Mia erhalten. Sie wartet darauf, dort abgeholt zu werden.

Eine gut strukturierte, schlüssige Geschichte trägt genauso zu einem tollen Spielerlebnis bei, wie die fesselnde Stimmung. Ein schönes Detail: Im Spiel sind VHS Kassetten versteckt, die als Rückblick dienen. Wir können diese aber nicht nur ansehen, sondern spielen die Szenen in eigenen Leveln.

Nachdem wir uns jetzt ausgiebig mit den Blockbustern der Horrorspiele beschäftigt haben, möchte ich euch noch meine drei Favoriten aus Indiekreisen ans Herz legen.

Wird Ethan entkommen? ©Capcom

Wird Ethan entkommen? ©Capcom

Little Nightmares

Wer keine Lust auf die klassischen, großen Horrorfranchises hat, sollte sich mal Little Nightmares anschauen. Wunderschön detailreich präsentiert sich der Sidescroller im Comiclook. Wir spielen ein kleines Mädchen, das sich durch eine Unterwasserstation kämpft. Auf unserem Weg treffen wir riesige menschliche Wesen, denen wir lieber aus dem Weg gehen sollten.

Es geht, grob gesagt, um Kindheitsängste. Ich glaube, jeder wird in Little Nightmares einer seiner eigenen Ängste begegnen. Das Spiel präsentiert sich beklemmend, düster und melancholisch. Perfekt für einen regnerischen Halloweenabend. Little Nightmares bedient sich an einem Konzept, das beispielsweise in Limbo und Inside schon ausgezeichnet funktioniert hat.

Genau so atmosphärisch, aber mit einem ganz anderen Spielgefühl besticht der nächste Titel.

What Remains of Edith Finch

Das wunderschöne Adventure erinnert sofort an The Vanishing of Ethan Carter. Eine mitreißende Geschichte über das Leben, den Tod und alles was dazwischen liegt. Durch die gelungenen Perspektivenwechsel kann man das Spiel wohl eher als skurril oder unheimlich beschreiben.

Edith durchforstet das alte Anwesen. ©Giant Sparrow

Edith durchforstet das alte Anwesen. ©Giant Sparrow

So schlüpft man zum Beispiel in die Rolle einer verstorbenen Verwandten, während man einen Comic liest. Man wird sozusagen in den Comic reingesaugt und bekommt als aktiver Teilnehmer die Geschichte der toten Verwandten erzählt, indem man in der Erinnerung ihren Platz einnimmt.

Man streift als Edith durchs Elternhaus und versucht herauszufinden, was es mit dem Fluch auf sich hat, der die komplette Familie dahinraffte. Die Räume sind liebevoll und detailreich gestaltet. Man bekommt das Gefühl hier mit der Familie gelebt zu haben.

Viel Geschick braucht man nicht, das Spiel ist eher eine interaktive Geschichte. Für den Spieler vereint What Remains of Edith Finch Trauer und Hoffnung. Ein Konflikt, der uns lange in seinen Bann zieht.

Mit Konflikten muss sich auch die Protagonistin des nächsten Titels auseinandersetzen. Vor allem mit Konflikten, die sie selbst in sich trägt.

Hellblade: Senua’s Sacrifice

Eine keltische Kriegerin, die versucht ihren Geliebten zu retten und sich dabei in ihre persönliche Hölle begibt. So lässt sich die Handlung des Spiel kurz zusammenfassen. Die Besonderheit bei Hellblade: Senua’s Sacrifice liegt in der Gestaltung des Hauptcharakters.

Die Psyche von Protagonisten wurde in den letzten Jahren häufiger als Stilmittel in Spiele eingebaut. Hellblade geht dabei einen Schritt weiter. Um die Psychose der Protagonistin realistisch darzustellen, hat das Team viel Aufwand betrieben und Symptome geistiger Krankheiten recherchiert. Der Rechercheaufwand hat sich gelohnt: Die Intensität des Spiels ist überwältigend. Die Gegner repräsentieren Senuas innere Dämonen.

Ein wichtiges Element des Spiels sind die Stimmen, die Senua hört. Manchmal geben sie uns Tipps und Hinweise, manchmal verspotten sie uns und jagen uns Angst ein. Ein wunderbar umgesetztes Stilmittel, das Senuas Psychose unterstreicht. Auch erzählerisch sind die Stimmen, neben Visionen und Flashbacks, ein wichtiger Bestandteil.

Willkommen in Senuas Welt. ©Ninja Theory

Willkommen in Senuas Welt. ©Ninja Theory

Hellblade ist ein äußerst intensives Erlebnis. Das Spiel stellt psychische Krankheiten überaus authentisch dar und nimmt euch so auf einen packenden Horrortrip mit.

Ich will euch natürlich auch einen kleinen Ausblick auf das geben, was noch kommt. Ein Titel ist mir dabei besonders ins Auge gestochen.

Visage

Vermisst sonst noch jemand psychischen Horror vom Feinsten á la Silent Hill? Visage sieht aus, als wäre es ein gelungener Versuch, den Psychohorror in japanischem Stil auf die Konsole zu bringen. Leider steht noch kein fixes Releasedatum fest, es soll aber noch dieses Jahr erscheinen. Die Einblicke, die man bis jetzt bekommen hat, versprechen einiges.

Wir sind gespannt, was uns erwartet. ©SadSquare Studio

Wir sind gespannt, was uns erwartet. ©SadSquare Studio

So wird zum Beispiel eine beliebte, klassische Horrorspielmechanik wiederverwertet. Wie in Amnesia, um ein prominentes Beispiel zu nennen, wirken sich unangenehme Erfahrungen negativ auf die Psyche des Charakters aus. Die Entwickler setzen nicht auf Jumpscares, sondern wollen das Spiel durch die surreale Umgebung wie einen Alptraum wirken lassen. Inspiriert wurde Visage übrigens von Größen des Horrorgenres wie Silent Hill, Phantasmagoria und P.T.


Titelbild: ©Capcom

Autor/Autorin

Ana Lagger

Ana ist der Moodmaker von Screaming Pixel. (Naja, zumindest wenn es um negative Stimmung geht). Ihr Spiritanimal ist eine Mischung aus Sadness (Inside Out) und Scar. Dementsprechend ist auch ihr Geschmack. Spiele? Je depressiver, desto besser. Meistens spielt und schreibt sie über storylastige Indiegames.