ELOH: Entspannung in Puzzle-Form

Das österreichische Puzzle-Spiel ELOH beruhigt uns mit Klängen, Farben und fordernden Rätseln. Ganz ohne Werbung oder Timer. Von Florian Born.

Wenn ihr das nächste Mal das Klischee hört, Videospiele seien doch so brutal und hektisch, gibt es noch ein weiteres Spiel, dass dem widerspricht. Der österreichische Entwickler Christian Baumgartner hat zusammen mit Salon Alpin und Broken Rules die perfekte Gegenthese auf Android- und iOS-Devices gebracht: ELOH.

Der Titel der Old Man’s Journey-Macher bezeichnet sich selbst als “musikalisches Puzzle-Game, bei dem man Rhythmus fühlen muss, um die Lösung zu finden”. Und das trifft es ziemlich gut. Es ist unsere Aufgabe, bunte Bälle durch das Level zu navigieren, indem wir ihnen Hindernisse in den Weg legen, die sie in eine bestimmte Richtung lenken. Prallen sie von diesen ab, entsteht ein Geräusch. Stets ein anderes. Lösen wir das Level, werden wir als Resultat mit einem immer anderen Rhythmus belohnt.

Von unserem Ausgangspunkt ist das Ergebnis nicht immer klar ersichtlich. © Broken Rules, Christian Baumgartner

Dabei steht die Entspannung im Vordergrund. Das Spiel hat weder Timer, noch irgendwelche anderen hektischen Eigenschaften. Auch Störer wie Paywalls und Werbung fehlen bei ELOH. Bewusst, wie uns Entwickler Christian Baumgartner erzählt:

Ein Spiel wie ELOH mit Werbung und In-App-Käufen vollzupacken würde das Erlebnis brechen. Es wurde deshalb von Anfang an als Premium-Titel konzipiert.

Die Idee von Baumgartner gelingt. Im Laufe der 80 kontinuierlich schwerer werdenden Level hat mich das Spiel immer weiter in seine entspannende Welt hineingezogen. Farben, Rhythmen, Klänge und das ruhige Spielprinzip waren beruhigend. Die Level blieben dabei gleichzeitig fordernd, wurden aber selten überfordernd.


Puzzle im Fokus

“Im Fokus stand beim Designen der Level immer zuerst das Puzzle an sich”, erklärt Baumgartner seinen Zugang. “Wenn das Rätsel ohne Audio keinen Sinn macht, wirds auch mit nicht viel Spaß bereiten.” Das war aber nur der erste Schritt. Danach hat Baumgartner Sound und Muster angepasst. Hier musste dann auch so manches Level wieder weichen, wenn es nicht zum gewollten Ergebnis führte.

Dabei war das Sounddesign nicht einmal von Anfang an Teil des Spiels. “Damals ging’s mir hauptsächlich um interessantes Gameplay. Als ich mir dann aber Gedanken über die Sound-Effekte der Blöcke machte, kam mir die Idee das Ganze innerhalb eines vordefinierten Rhythmus abzuspielen und den Blöcken interessante, perkussive Klänge zu geben.”

Am Ende bekommen wir dafür solche schönen Muster heraus. © Broken Rules, Christian Baumgartner

Hinzu kommen  die optischen Eindrücke von ELOH, die das entspannende Element noch einmal unterstreichen. Sanfte Farben und verschlungene Linienmuster belohnen uns am Ende eines Levels. Die Gestaltung der Blöcke und Hintergründe ist dabei nicht nur von einer Kultur inspiriert, sondern von vielen. Designer Philipp Comarella von Salon Alpin erklärt:

Wir haben jede Menge an Kunstartefakten von frühen Kulturen aus aller Welt studiert und daraus eine modulare farbenfrohe Welt komponiert. Es war inspirierend, zu sehen, wie Formen und Formensprachen auf komplett entgegengesetzten Winkeln der Erde doch viel gemeinsam miteinander haben.

Eine ähnliche Methode haben die Entwickler auch bei der Story verwendet, die sich durch das Spiel zieht. Wenn man überhaupt von so etwas wie einem durchgehenden Narrativ sprechen kann. Die wenigen Bilder der klotzigen Kerlchen mit den Trommeln in den Cut-Scences sollen aber auch gar keine Geschichte erzählen. Zumindest keine konkrete.

“Wir halten uns da ganz bewusst bedeckt”, meint Baumgartner kryptisch zur Hintergrundgeschichte. “Mir gefällt der Gedanke, dass sich diese verschiedenen Spirits zusammentun, um ein gewisses Ziel zu erreichen: Das finale Totem zu beschwören. Wofür das steht oder wer diese Spirits eigentlich sind, soll der Fantasie der Spieler überlassen bleiben.”

Und es geht schließlich auch nicht um die Geschichte. Auch nur mit den Rhythmen und den entspannenden Rätseln ist ELOH seine 3,49 € im App Store schon wert. Allein für den Ohrwurm, den man danach nicht mehr los wird.


Titelbild © Broken Rules, Christian Baumgartner

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Autor/Autorin

Clemens Istel

Schon als Kind hatte Clemens lieber den MegaDrive Controller als das Fläschchen in der Hand. Rund ein Vierteljahrhundert macht er bereits virtuelle Welten unsicher. Ob RPG oder FPS, kaum ein Genre ist vor ihm sicher. Selbst im ESport hat der "Head of Head off" von Screaming Pixel seine Erfahrungen gesammelt. Grundsätzlich gilt für ihn: Je openworlder, desto zock!

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